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Ansprache ausländischer Fachkräfte bleibt unverzichtbar

Vor fünf Jahren öffnete das Welcome Center Thuringia (WCT) seine Pforten/ Wichtiger Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs und zur Internationalisierung

ERFURT_ Über 16.000 Informations- und Beratungskontakte mit Menschen aus dem Ausland hat das Welcome Center Thuringia (WCT) seit seiner Gründung im September 2013 gemanagt. Vor genau fünf Jahren nahm das WCT in Erfurt seine Arbeit auf, und seine Aufgabenstellung ist für die Bewahrung und den Ausbau der wirtschaftlichen Leistungskraft sowie für die Internationalisierung Thüringens bedeutsamer denn je. „Was vor fünf Jahren noch großenteils Zukunftsmusik war, ist heute längst Realität: Die Thüringer Unternehmen müssen die anspruchsvolle Herausforderung bewältigen, ihren Fachkräftebedarf zu decken – und dies bei stetig abnehmenden Erwerbstätigenzahlen im Freistaat“, erläuterte LEG-Geschäftsführerin Sabine Wosche. Das WCT ist über seine Zugehörigkeit zur Thüringer Agentur Für Fachkräftegewinnung (ThAFF) Teil der LEG. „Mehr denn je ist die Aufgabe des WCT unverzichtbar, angesichts des Fachkräftemangels verstärkt Menschen aus dem Ausland für eine Beschäftigung in Thüringen zu gewinnen und die Internationalisierung des Freistaats voranzubringen.“ Die Relevanz des WCT betont auch Thüringens Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner: „Der Anteil der ausländischen Menschen an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in Thüringen von 2013 bis heute von 1,6 Prozent auf 4,3 Prozent gestiegen“, sagt sie. „Menschen aus dem Ausland leisten einen unverzichtbaren Beitrag dazu, dass hiesige Unternehmen am Markt erfolgreich tätig sein können, und sie beleben unseren Arbeitsmarkt, indem sie neue Ideen, Fertigkeiten und Fähigkeiten mitbringen. Mit der Steigerung der Zahlen sind wir auf einem guten Weg, aber es bedarf auch in Zukunft großer Anstrengungen auf diesem Feld.“

Das Welcome Center verfolgte von Anfang an das Ziel, einen Beitrag zur Etablierung und Verbesserung der Willkommenskultur zu leisten. Ausgangspunkt für die Gründung des WCT vor fünf Jahren war die Erkenntnis, dass Fachkräfte aus dem Ausland ein wichtiges Potenzial zur Deckung des Fachkräftebedarfs der Thüringer Arbeitgeber sind sowie zur notwendigen Internationalisierung der Thüringer Wirtschaft beitragen. Ausgestaltung und Etablierung des WCT gingen zurück auf Erkenntnisse und Vorschläge eines Studienprojekts, welches Studierende der Willy-Brandt-School of Public Policy in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Wirtschaftsministerium durchgeführt hatten. Bereits in seinen ersten eineinhalb Bestandsjahren 2013/14 stellte das WCT mit fast 4.000 Kontakten seine Attraktivität als zentrale Anlaufstelle für Fachkräfte und Arbeitgeber unter Beweis. Seit dem Jahr 2015 sank die Zahl der Kontakte nie mehr unter 3.000, und auch in diesem Jahr wird diese Marke gewiss deutlich überschritten werden, belief sie sich doch im ersten Halbjahr bereits auf 1.833.

Das WCT richtet sich seit seiner Gründung an alle Menschen aus dem Ausland, die in Thüringen leben, arbeiten, studieren oder eine Ausbildung absolvieren möchten – unabhängig von Nationalität, Aufenthaltsstatus oder aktuellem Aufenthaltsort. Kunden sind unter anderem Zuwanderungsinteressierte aus der EU oder Drittstaaten sowie ausländische Studierende an Thüringer Hochschulen mit Praktikums- oder Berufswunsch. Geflüchtete werden in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften von Sozialbetreuern begleitet, die auch zum Thema „Arbeit“ informieren – dennoch stehen die Angebote des WCT selbstverständlich auch ihnen offen. Die Experten des WCT informieren ihre Kunden zu Jobsuche und Bewerbung (inklusive Bewerbungsmappenchecks), sie organisieren Vorträge und Workshops für ausländische Studierende oder Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Sprachkursen und Qualifikationsprogrammen, und sie vermitteln den Fachkräften Termine bei Ansprechpartnern für Fragen der Zuwanderung, des Aufenthalts sowie der Beschäftigung oder Ausbildung in Thüringen. Darüber hinaus sensibilisiert und informiert das WCT Thüringer Arbeitgeber zu allen Fragen, die bei der Beschäftigung von Menschen aus dem Ausland wichtig sind.

Flankiert wird diese Ansprache verschiedener Zielgruppen von einer umfangreichen Netzwerkarbeit: Das WCT steht heute in ständigem Austausch mit den Jobcentern und Agenturen für Arbeit, mit Ministerien und kommunalen Institutionen wie Ausländerbehörden und Wirtschaftsförderungen, mit den Kammern und Sozialverbänden, Sprachkursträgern sowie den Thüringer Hochschulen.

Hintergrund:

Das WCT ist Teil der Thüringer Agentur Für Fachkräftegewinnung (ThAFF). Die ThAFF wurde im Jahre 2011 gegründet. Sie verfolgt einerseits das Ziel, Thüringer Unternehmen bei der Deckung ihres immer größer werdenden Fachkräftebedarfs zu helfen. Andererseits möchte sie unter anderem junge Menschen, die vor ihrem Arbeitsleben stehen, Pendlerinnen und Pendler, potenzielle Rückkehrer sowie ausländische Menschen bei der (Wieder)-Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit in Thüringen unterstützen. Die ThAFF betreibt zu diesem Zweck Marketing für den Beschäftigungsstandort Thüringen, sie berät ihre Zielgruppen und informiert sie über Jobchancen im Freistaat (zum Beispiel im Rahmen von Pendlertagen). Mit eigenen Firmenkontaktmessen – der „academix“ für junge Menschen und der „comeback“ für Pendler und Rückkehrer – bringt sie Unternehmen und (künftige) Fachkräfte zusammen. Zudem ist die ThAFF vielfältig im Netzwerk aktiv und unterstützt Akteure des Arbeitsmarktes bei Veranstaltungen. Gefördert wird die ThAFF vom Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Mehr Informationen unter: www.thaff-thueringen.de.

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